Rückblick auf die dcif-Jahreskonferenz vom 26.09.2019 in Bamberg

„Digitalisierte CI/MI – Fluch oder Segen?“

Die 11. dcif-Jahreskonferenz stand unter dem Motto „Digitalisierte CI/MI – Fluch oder Segen?“. Vier Sprecher aus unterschiedlichen Fachbereichen und Branchen gaben in ihren Vorträgen einen Einblick in die Praxis und einen Ausblick, wie künstliche Intelligenz Market- und Competitive Intelligence beeinflussen wird.

Marcos DreherDr. Matthias Stephan

Den Anfang machte Marcos Dreher (oben links) von der Hartmann AG in Heidenheim. "Strategic Intelligence – How AI will change the face of competitive assessment?" Er sprach darüber, wie man die MCI-Funktion mit Hilfe von KI verbessern kann und wie die Zusammenarbeit von Menschen und KI zu besseren Ergebnissen im Market und Competitive-Bereich führt. Er zeigte auf, wie wichtig die Firmenkultur ist und wie AI und MCI-Professionals zusammenarbeiten können, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Marcos Dreher kommt in seinem Vortrag zu dem Schluss, dass KI eine Chance ist, um die Wertschöpfung zu verbessern. MCI-Professionals können so Ihre Fähigkeiten erweitern. Statt Stellenabbau ermöglicht AI eine Verbesserung der Tätigkeiten.

Der zweite Vortrag des Tages kam von Dr. Matthias Stephan (oben rechts), dem Head of Robotics Automation@DataVisions der Siemens AG, Digital Factory. Sein Thema war der "Automatisierte Abruf von Wettbewerberinformationen: Ein auf KNIME basierender Ansatz für maschinelles Lernen". Anhand verschiedener Praxisbeispiele zeigte Dr. Stephan sehr anschaulich, wie einfach mit dem Open-Source-Tool KNIME automatisiert strategische Informationen aus Geschäftsberichten extrahiert werden können. Außerdem zeigte er den Zuhörern Beispiele, um durch Text-Mining-Verfahren von Web-Archiven unternehmensrelevante Frühindikatoren für Markttrends zu identifizieren.

Nach den beiden Vorträgen gab es dann erst einmal Gruppenarbeiten, so dass sich alle Teilnehmer zu verschiedenen Themen einbringen konnten. Die Ergebnisse wurden nach dem Mittagessen noch einmal vom Vorstand für alle Teilnehmer vorgestellt, bevor es mit den nächsten beiden Experten-Vorträgen weiterging.

Florian Kohlschreiber (unten links) ist verantwortlich für operative und strategische Wettbewerbsbeobachtung bei der Wittenstein alpha GmbH und eröffnete die Vortragsreihe am Nachmittag mit dem Thema "CI beim Innovationsführer der mechatronischen Antriebstechnik – Mehrwert für Lastenhefte und Vertrieb". In seinem Praxisbericht zeigte er auf, wie unterschiedlich die Anforderungen der verschiedenen Interessengruppen an Wettbewerbsinformationen in einem Unternehmen sein können und wie man mit solchen Unterschieden umgehen kann. Die Zuhörer erhielten Einblick, wie die Erfassung von Wettbewerbsinformationen, technische produktbezogene Analysen, die globale Erfassung und Analyse von Wettbewerbspreisen und strategische Risikobewertung auf die verschiedenen Interessengruppen zugeschnitten werden.

Den Abschluss des Tages bildete Dr. Yannick Loonus (unten rechts), CSO von Semalytix GmbH in Bielefeld, mit seinem Ausblick "wie KI lernt, die Lücke zwischen Daten und Competitive Intelligence zu überbrücken". Dr. Loonus stellte vier Hypothesen auf, wie KI die traditionelle Marktrecherche verändern wird und beantwortete unter anderem die Fragen, warum Freitext eine wichtige Quelle für CI ist, wie Technologien aus den Bereichen Machine Learning, Semantic Computing und KI diese Freitexte erschließen, wie sich die Kluft zwischen Rohdaten & Insights verringern lässt und welche Rolle dabei die Visualisierung spielt. Auch in diesem Betrag wurde AI eher als Chance gesehen, die dazu beitragen kann, die Rolle von CI in Konzernen zu festigen.
Florian KohlschreiberJK2019 26
Alle Beiträge wurden durch interessierte Fragerunden ergänzt, die auch in der Mittagspause und nach der Konferenz noch fortgesetzt wurden. Auch der dcif-Vorstand hat aus den angeregten Diskussionen und Fragen Themen mitgenommen, die den Teilnehmern wichtig sind und die man in nächster Zeit näher bearbeiten will.

Die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer gaben dann auch direkt die richtige Motivation, mit der Planung für das nächste Jahr zu beginnen. Wer Interesse hat, nächstes Jahr mit einem Vortrag bei der Tagung dabei zu sein, kann jederzeit den Vorstand ansprechen.

Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Jahreskonferenz!