Historie des Competitive Intelligence-Verbandes in Deutschland

Im Sommer 2016 erweiterte das Deutsche Competitive Intelligence Forum e.V. seinen Beinamen in „dcif e.V. - Bundesverband Markt- und Wettbewerbsanalyse“. Nach einer ganzen Reihe erfolgreicher Jahreskonferenzen in Berlin, Frankfurt und München und einem inzwischen bundesweit vertretenen Vorstand markiert dieser Zusatz den gesamtheitlichen Anspruch.

Das dcif wurde als selbständiger Verband am 07.12.2005 mit den Gründungsvorständen Rainer Michaeli, Andreas Romppel und Jörg Prätorius ins Leben gerufen. Dieser Schritt war notwendig geworden, da die damalige Dachorganisation, die „Society of Competitive Intelligence Professionals“ (SCIP; gegründet 1985, Alexandria, USA) die starke US-Zentrierung nicht lockerte und gleichzeitig eine lang anhaltende wirtschaftliche Schieflage die Handlungsmöglichkeiten immer weiter einschränkte. Folglich gründete der Vorstand des damaligen deutschen SCIP Chapters diesen von SCIP unabhängigen Verband.


Eine SCIP Deutschland e.V. war bereits 1995 von Gloria Reyes gegründet worden. Wie auch in anderen Ländern versuchte der Verband SCIP seine Internationalisierung durch ein Netzwerk von eigenständigen Landesverbänden voranzutreiben. In der zweiten Hälfte der 90ziger führten jedoch Managementfehlentscheidungen bei der US SCIP in Kombination mit einem sinkenden Interesse an Competitive Intelligence zu wirtschaftlichen Problemen des Mutterverbandes. Im Folgenden wurde u.a. eine SCIP Chapter Struktur für alle internationalen Aktivitäten eingeführt, ab 2000 unter Führung von Rainer Michaeli auch in Deutschland.

Im Frühjahr 2008, in Anbetracht der endgültigen Überschuldung der SCIP, wurde in einer umstrittenen Mitgliederabstimmung ein Merger mit einer Stiftung („Foundation“) des US Marktforschungsunternehmens Frost&Sullivan eingegangen. In der SCIP Mitgliedersatzung (Bylaws) wird SCIP nunmehr als „operating division of the Frost&Sullivan Institute“ bezeichnet - mit entsprechenden Sonderrechten und Zugriffsmöglichkeiten für das Marktforschungsunternehmen Frost&Sullivan. Die Unabhängigkeit SCIPs war nicht mehr gegeben. Es fehlt seitdem ein internationaler, gemeinnütziger und unabhängiger Dachverband, der nur den Interessen seiner Mitglieder bzw. seiner angeschlossenen unabhängigen Länderorganisationen verpflichtet ist.

Schließlich erfolgte im August 2010 eine Umbenennung der SCIP in „Strategic & Competitive Intelligence Professionals“.